logo

SKULPTUR VON NULL BIS UNENDLICH

von Timm Ulrich

Ein Kunstwerk für Einbeck

Timm Ulrichs wuchs in Wildeshausen und Bremen auf, wo er 1959 sein Abitur ablegte.

„Künstler wird man durch Entschluss, nicht durch Talent“, bekannte Timm Ulrichs gegenüber dem Zeit Magazin.

Als „Totalkünstler“ ist Ulrichs seit 1959 aktiv. Ulrichs gründete die „Werbezentrale für Totalkunst, Banalismus und Extemporismus“ in Hannover, die zur Verbreitung, Entwicklung und Produktion von Totalkunst dienen sollte. Weiterhin erklärte er sich 1961 zum „ersten lebenden Kunstwerk“. Ulrichs war von 1969 bis 2005 Professor für Bildhauerei und Totalkunst in Braunschweig und Münster. 1970 fand seine erste Totalkunst-Retrospektive in Krefeld statt, sieben Jahre später war er Teilnehmer der Documenta 6 in Kassel. Große Einzelschauen fanden 1980 in Lüdenscheid, 1991 in Madrid und Recklinghausen, 2001 in Antwerpen (Plastik und Skulpturen) sowie 2002 in Hannover (Druckgrafik) statt. Vom 28. November 2010 bis zum 13. Februar 2011 widmeten das Sprengel Museum und der Kunstverein Hannover „dem Pionier der Konzeptkunst und selbst ernannten «Totalkünstler» Timm Ulrichs“ eine große Retrospektive unter dem Titel „Betreten der Ausstellung verboten!“.

„von null bis unendlich“

Die Figur, die Timm Ulrichs vorschlägt, ist zugleich äußerst kompliziert-komplex wie auch einfach: ein Unendlichkeitszeichen, das, aus einem um neuzig Grad versetzten Blickwinkel betrachtet, eine Null ergibt (und umgekehrt), und dies mithilfe eines einzigen durchgehenden und kreuzungsfreien Linienzuges, der unvorhersehbar das eine Zeichen in das andere überführt. Diese Transformation, diese Aufhebung und Vereinigung der vermeintlich nicht zu vereinbarenden Gegensätze und Extreme „null“ und „unendlich“ lässt scheinbar Unmögliches Wirklichkeit werden.

Die Null steht dabei für den hiesigen Standpunkt, den Ausgangspunkt – an der Nordseite der Marktkirche – und das Unendlichkeitszeichen strahlt aus in alle Welt – lesbar als Sinuskurve, als Wellenbewegung. Aufgrund ihrer formalen und metaphorischen Eigenschaften könnte für die Stadt Einbeck ein treffendes Sinnbild entstehen: Auf der Basis eines historischen Fundaments entfaltet sich Einbeck mit Dynamik in eine positive Zukunft.